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<title>Stollen (Gebäck)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Stollen (Gebäck)</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Ein <b>Stollen</b> oder, vor allem im berlinischen bzw. preußischen Sprachgebrauch, eine <b>Stolle</b> (von <a href="Althochdeutsche_Sprache" title="Althochdeutsche Sprache">althochdeutsch</a>&nbsp;<span lang="goh"><i>stollo</i></span>&nbsp;‚Pfosten‘, ‚Stütze‘)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist ein brotförmiger <a href="Kuchen" title="Kuchen">Kuchen</a> aus schwerem <a href="Backhefe" title="Backhefe">Hefe</a>-<a href="Feine_Backware" title="Feine Backware">Feinteig</a>. Wertgebende Bestandteile sind Fett und <a href="Trockenobst" title="Trockenobst">Trockenfrüchte</a> (oft <a href="Sultaninen" class="mw-redirect" title="Sultaninen">Sultaninen</a>) oder andere Füllungen wie etwa Marzipan oder Mohn. Allgemein werden Stollen ganzjährig hergestellt. Wenn man sie (wie traditionell überwiegend) in der <a href="Adventszeit" class="mw-redirect" title="Adventszeit">Advents-</a> und <a href="Weihnachtszeit" class="mw-redirect" title="Weihnachtszeit">Weihnachtszeit</a> herstellt oder verzehrt, bezeichnet man sie auch als <b>Christstollen</b> oder <b>Weihnachtsstollen</b>, ohne dass es prinzipiell Unterschiede in der Rezeptur gibt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Naumburger_Innungsprivileg_1329">Naumburger Innungsprivileg 1329</h3></div>
<p>Als ältestes schriftliches Vorkommen des Wortes <i>Stollen</i> für ein weihnachtliches Gebäck gilt die Erwähnung in einem Innungsprivileg des <a href="Naumburg_(Saale)" title="Naumburg (Saale)">Naumburger</a> Bischofs <a href="Heinrich_I._von_Gr%C3%BCnberg" title="Heinrich I. von Grünberg">Heinrich I. von Grünberg</a> für die Gründung der Bäckerinnung in der Stadt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Urkunde, die ursprünglich in lateinischer Sprache verfasst war, jedoch verschollen und nur noch in deutschen Übersetzungen erhalten ist, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammen, werden die Naumburger Bäcker neben mehreren in Geld zu zahlenden Abgaben auch zu einer Sachleistung verpflichtet, die folgendermaßen lautet:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„haben sie sich vnd yrn Nachkommlingen alle Jar ewiglichen […] an des heiligen Crist[us] Abende zwey lange weyssene Brothe, die man Stollen nennet, gemacht von eynem halben Scheffel Weysses vns vnd vnsern Nachkommlingen in unsern Hof gelobt haben verbunden zu geben und zu reichen.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Demnach handelte es sich um zwei lange Weißbrote aus einem halben <a href="Scheffel_(Ma%C3%9Feinheit)" title="Scheffel (Maßeinheit)">Scheffel</a> <a href="Weizen" title="Weizen">Weizen</a> (also 38,56 Liter, rund 25,7 Kilogramm), eine Rezeptur oder nähere Beschreibung ist in der Urkunde jedoch nicht enthalten.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im 14. Jahrhundert war dies eine luxuriöse Weihnachtsverpflegung, nach heutigen Maßstäben wären es zwar reichhaltige, aber schlichte Backwaren, die geringe Ähnlichkeit mit dem heutigen Stollen haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Stollenkrieg_von_1615">Der Stollenkrieg von 1615</h3></div>
<p>Nach Naumburg und <a href="Torgau" title="Torgau">Torgau</a> gilt <a href="Siebenlehn" title="Siebenlehn">Siebenlehn</a> als dritte historische Hochburg der Christstollen-Geschichte. Die Weißbäcker von Siebenlehn waren im Mittelalter weithin für ihren Stollen bekannt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bekam jeder Ratsherr in Dresden zu Weihnachten zwei Stollen aus Siebenlehn überreicht. Die Meißner Bäcker wehrten sich im Jahr 1615 mit Brandfackeln gegen die unliebsame Konkurrenz aus Siebenlehn, was als „Stollenkrieg“ in die Geschichte des Gebäcks einging. Im <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieg</a> (1618 bis 1648) kam die Stollenrezeptur der Überlieferung nach in die kurfürstliche Residenz und zu den Dresdner Bäckern. Diese beschwerten sich im Jahr 1636 beim Kurfürsten, „daß die Bäcker zu Siebenlehn zur Weihnachtszeit gar große Fuder Backwerks nach Dresden brächten.“ Dieser erteilte den Dresdner Bäckern im Jahr 1648 ein Stollenmonopol. Fortan durften auswärtige Bäcker zur Zeit des <a href="Dresdner_Striezelmarkt" title="Dresdner Striezelmarkt">Striezelmarktes</a> nicht mehr in die Stadt Dresden hinein. Die Dresdner Bäcker erhielten zudem das Recht, mit ihrem feinen Backwerk den kurfürstlichen und später den königlichen Hof zu beliefern. Das Stollenmonopol im Jahr 1648 war somit eine wichtige Weichenstellung für den heutigen Erfolg der Dresdner Bäcker.<sup id="cite_ref-Geschichte-Brotexperte_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-Geschichte-Brotexperte-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeithainer_Riesenstollen_1730">Zeithainer Riesenstollen 1730</h3></div>
<p>Ein früher Beleg für einen Stollen, der von der Grundrezeptur wohl dem heutigen Gebäck schon ähnlicher war, ist der große Kuchen, der auf dem <a href="Zeithainer_Lustlager" title="Zeithainer Lustlager">Zeithainer Lustlager</a>, einer prachtvollen Truppenschau <a href="August_II._(Polen)" class="mw-redirect" title="August II. (Polen)">Augusts des Starken</a>, mit großem Aufwand produziert und am 29. Juni 1731 an die sächsischen Truppen verteilt wurde. Der etliche Meter lange Kuchen (je nach Quelle 13 Ellen lang oder größer) wurde von zeitgenössischen Berichterstattern als „Butter-Stollen“ oder „Striezel“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Teig soll aus 18 Scheffeln Mehl, 82 <a href="Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(deutschsprachiger_Raum)#Schock" title="Alte Maße und Gewichte (deutschsprachiger Raum)">Schock</a> (4920) Eiern, 3 Tonnen Milch, 1 Tonne Hefe und 1 Tonne Butter zubereitet worden sein (vergleiche <a href="Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(Sachsen)" title="Alte Maße und Gewichte (Sachsen)">alte sächsische Maße</a>); Zucker, Rosinen, Mandeln und Gewürze werden nicht erwähnt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach heutigem Maßstab wäre ein Gebäck mit diesen Zutatenverhältnissen bei weitem nicht gehaltreich genug für einen Stollen, doch darf man so einen Rekordkuchen nicht ohne weiteres als beispielhaft für die allgemeinen Backgewohnheiten der Zeit ansehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Der_Dresdner_Stollen_wird_geschützt"><span id="Der_Dresdner_Stollen_wird_gesch.C3.BCtzt"></span>Der Dresdner Stollen wird geschützt</h3></div>
<p>Bei den Verhandlungen zur <a href="Deutsche_Wiedervereinigung" title="Deutsche Wiedervereinigung">Deutschen Einheit</a> in den Jahren 1989/1990 konnten die Vertreter der DDR erfolgreich durchsetzen, dass die zuvor bei allen Bäckern im deutschsprachigen Raum verbreitete Bezeichnung „Dresdner Stollen“ nur Bäckern im Raum Dresden erlaubt ist. Die Bezeichnungen „Dresdner Stollen“, „Dresdner Christstollen“ und „Dresdner Weihnachtsstollen“ wurden seit dem Jahr 1996 durch den Schutzverband Dresdner Stollen e. V. markenrechtlich geschützt, der die Interessen von rund 110 Bäckereien vertritt. Diesem Beispiel folgend, hat der Stollenverband Erzgebirge e. V. im Jahr 2011 die Marke „Erzgebirgischer Weihnachtsstollen“ schützen lassen. Im Jahr 2010 wurde der Dresdner Stollen auf Antrag Deutschlands auch als <a href="Gesch%C3%BCtzte_geographische_Angabe" class="mw-redirect" title="Geschützte geographische Angabe">geschützte geographische Angabe</a> (g. g. A.) nach europäischem Recht eingetragen.<sup id="cite_ref-Geschichte-Brotexperte_4-1" class="reference"><a href="#cite_note-Geschichte-Brotexperte-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Dresdner Christstollen dürfen dabei nur etwa 120 Bäckereien und Konditoreien aus dem Raum Dresden nach ihrem traditionellen Rezept backen. Original Dresdner Stollen nach diesen Rezepturen erkennt man dabei am Siegel des Schutzverbandes Dresdner Stollen und der Angabe <i>g. g. A.</i><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Definitionen">Definitionen</h2></div>
<p>Je nach Region, Epoche und Tradition gibt es für den Stollen unterschiedliche Definitionen:
</p>
<ul><li>Der Christstollen oder Weihnachtsstollen (genannt auch „Weihnachtssemmel“<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) ist ein brotähnlicher („pfostenförmiger“<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) Kuchen, der – dick mit Puderzucker bedeckt – an das gewickelte Christkind erinnern soll. Der <a href="Hefeteig" title="Hefeteig">Hefeteig</a> besteht hauptsächlich aus viel Butter, Milch, Mehl, Ei, Gewürzen (Kardamom, <a href="Zimt" title="Zimt">Zimt</a>) und Einlagen (<a href="Rosine" title="Rosine">Rosinen</a>, <a href="Zitronat" title="Zitronat">Zitronat</a>, <a href="Mandelbaum" title="Mandelbaum">Mandeln</a>).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><i>Das neue Küchenlexikon</i> setzt den <i>Dresdner Stollen</i> als Synonym mit dem Stollen oder Christstollen gleich.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Gemäß dem <i><a href="Brockhaus_Enzyklop%C3%A4die" title="Brockhaus Enzyklopädie">Brockhaus</a></i> ist der Stollen ein gehaltvolles, meist längliches und flach geformtes Gebäck aus süßem Hefeteig mit weiteren, je nach Tradition variierenden Zutaten, der meist mit Puderzucker bestreut oder mit einer <a href="Glasur_(K%C3%BCche)" title="Glasur (Küche)">Zuckerglasur</a> überzogen wird.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>

<p>Stollen werden aus einem schweren, das heißt fettreichen und süßen <a href="Hefeteig" title="Hefeteig">Hefeteig</a> gebacken, der auf 100 Teile Weizenmehl 30–60 Teile Fett, 10–20 Teile Zucker, 20–40 Teile Flüssigkeit, 6–10 Teile Hefe, 1–1,5 Teile Salz und 0–20 Teile Vollei enthält. Unter einem Stollen ohne weiteren Zusatz (wie etwa „Mohnstollen“) versteht man einen Rosinenstollen, der 60–100 Teile Sultaninen, 10–20 Teile <a href="Zitronat" title="Zitronat">Zitronat</a> und <a href="Orangeat" title="Orangeat">Orangeat</a> und 20–40 Teile Mandeln enthält; auch die Zugabe von bis zu 20 Teilen Marzipanrohmasse ist möglich.<sup id="cite_ref-hanneforth_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-hanneforth-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Gemäß <a href="Deutsches_Lebensmittelbuch" title="Deutsches Lebensmittelbuch">Deutschem Lebensmittelbuch</a> enthalten Stollen auf 100 Teile Getreideerzeugnisse und/oder Stärken mindestens 30 Teile Butter oder die entsprechende Menge Milchfetterzeugnisse oder Margarine oder praktisch wasserfreier Fette und 60 Teile Sultaninen oder Korinthen, Citronat und Orangeat.<sup id="cite_ref-dlmb_13-0" class="reference"><a href="#cite_note-dlmb-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Gegensatz zu leichteren Hefeteigen ist beim Stollen indirekte Teigbereitung die Regel, bei einer relativ kurzen <a href="Vorteig" title="Vorteig">Vorteigführung</a> von 30–60 min. bei 24–28&nbsp;°C. Nach traditioneller Art wird der Laib geformt, indem der Teig zunächst langgewirkt, dann übergeschlagen und frei geschoben gebacken wird. Es ist jedoch auch möglich, den Längling in <a href="Backform" title="Backform">Formen</a>, Kästen oder Hauben zu legen und so zu backen. Stollen backen nach knapper Stückgare bei fallender Ofentemperatur von 230–240&nbsp;°C beim Anbacken bis zu einer Endtemperatur von 190&nbsp;°C. Sollen sie nach dem Backen einen Überzug aus Zucker erhalten, bestreicht man die Laibe noch warm mit Fett und bestreut sie zunächst mit Kristall-, danach mit <a href="Puderzucker" title="Puderzucker">Puder- oder Dekorzucker</a>.<sup id="cite_ref-hanneforth_12-1" class="reference"><a href="#cite_note-hanneforth-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die meisten Stollen sind monatelang haltbar. Sie sind wenig anfällig für mikrobiellen Verderb, außer wenn sie mit relativ viel Flüssigkeit hergestellt oder kurz gebacken werden, um eine saftigere Krume zu erzielen. Bei langer Lagerung an der Luft besteht jedoch die Gefahr, dass das enthaltene oder aufgebrachte Fett <a href="Ranzig_(Fett)" title="Ranzig (Fett)">ranzig</a> wird; hiergegen hat sich die Verpackung unter <a href="Schutzatmosph%C3%A4re" title="Schutzatmosphäre">Schutzgas</a> bewährt. Mandelstollen und Mohnstollen jedoch sind auf keinen Fall lang haltbar. Ihre Verzehrfähigkeit liegt bei etwa 14 Tagen.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Varianten">Varianten</h2></div>



<p>Gemäß dem <a href="Deutsches_Lebensmittelbuch" title="Deutsches Lebensmittelbuch">Deutschen Lebensmittelbuch</a> sind „Stollen“ ohne weiteren Zusatz stets Rosinenstollen. Sie enthalten auf 100 Teile <a href="Getreide" title="Getreide">Getreide</a>- und <a href="St%C3%A4rke" title="Stärke">Stärkeerzeugnisse</a> 30 Teile Butter, Margarine oder andere Milchfette sowie 60 Teile Rosinen, Sultaninen oder Korinthen, Zitronat und Orangeat.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Von dieser Grundform des Stollens abgesehen kennen die Leitsätze des Lebensmittelbuches noch sechs weitere Varianten, für die zum Teil weitere Anforderungen gelten. Die Grundanforderung von 30 Teilen Fett gilt für alle bis auf Butterstollen (mindestens 40 Teile Butter) und Quarkstollen (mindestens 20 Teile Butter); Rosinen, Zitronat und Orangeat sind bei Marzipan-/Persipan-, Nuss- und Butterstollen üblich, ansonsten optional. (Für Nussstollen ist dieser Wortlaut des Lebensmittelbuchs lebensfremd, da Nussstollen eigentlich keine Rosinen enthält. Weder der Lebensmittelhandel noch die Fachliteratur folgen dieser Forderung.)
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sorten">Sorten</h3></div>
<p>Die Anforderungen des Lebensmittelbuchs zu den einzelnen Sorten lauten wie folgt, stets bezogen auf 100 Teile Getreideerzeugnisse und/oder Stärken.
</p>
<ul><li>Mandelstollen: mindestens 20 Teile Mandeln</li>
<li>Marzipanstollen und Persipanstollen: mindestens 5 Prozent des Teiggewichtes an <a href="Marzipan" title="Marzipan">Marzipan</a>- bzw. <a href="Persipan" title="Persipan">Persipanrohmasse</a></li>
<li>Mohnstollen: mindestens 20 Teile <a href="Schlafmohn#Mohn_als_Lebensmittel" title="Schlafmohn">Mohnsaat</a>, üblicherweise zu einer Mohnfüllung verarbeitet</li>
<li>Nussstollen: mindestens 20 Teile <a href="Nussfrucht" title="Nussfrucht">Nusskerne</a>, ganz oder zerkleinert, üblicherweise zu einer Füllung verarbeitet</li>
<li>Butterstollen: mindestens 40 Teile Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett und/oder Butterfett sowie mindestens 70 Teile Rosinen, Zitronat und Orangeat; maximal 10 Teile Trockenfrüchte können durch <a href="Mandelbaum" title="Mandelbaum">Mandeln</a> und/oder eine entsprechende Menge Marzipanrohmasse ersetzt werden</li>
<li>Quarkstollen: mindestens 40 Teile <a href="Quark_(Milchprodukt)" title="Quark (Milchprodukt)">Speisequark</a>, <a href="Frischk%C3%A4se" title="Frischkäse">Frischkäse</a> oder die entsprechende Menge Quarktrockenprodukte und mindestens 20 Teile Fett</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dresdner_Christstollen"><span id="Dresdner_Stollen"></span> Dresdner Christstollen</h3></div>


<p>Dresdner Stollen ist ein besonders gehaltreicher Butter-Rosinen-Stollen. Die Bezeichnungen <i>Dresdner Stollen</i>, <i>Dresdner Christstollen</i> und <i>Dresdner Weihnachtsstollen</i> wurden im Jahr 2010 auf Antrag Deutschlands als <a href="Gesch%C3%BCtzte_geographische_Angabe" class="mw-redirect" title="Geschützte geographische Angabe">geschützte geographische Angabe</a> nach europäischem Recht eingetragen.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese Bezeichnungen dürfen demgemäß nur Stollen tragen, die im Großraum Dresden hergestellt wurden, und zwar außer in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a> selbst noch in den Städten und Gemeinden <a href="Moritzburg_(Sachsen)" title="Moritzburg (Sachsen)">Moritzburg</a>, <a href="Radebeul" title="Radebeul">Radebeul</a>, <a href="Arnsdorf" title="Arnsdorf">Arnsdorf</a>, <a href="Ottendorf-Okrilla" title="Ottendorf-Okrilla">Ottendorf-Okrilla</a>, <a href="Radeburg" title="Radeburg">Radeburg</a>, <a href="Coswig_(Sachsen)" title="Coswig (Sachsen)">Coswig</a>, <a href="Pirna" title="Pirna">Pirna</a>, <a href="Wachau_(Sachsen)" title="Wachau (Sachsen)">Wachau</a>, <a href="Freital" title="Freital">Freital</a>, <a href="Radeberg" title="Radeberg">Radeberg</a>, <a href="Weinb%C3%B6hla" title="Weinböhla">Weinböhla</a> und <a href="Heidenau_(Sachsen)" title="Heidenau (Sachsen)">Heidenau</a>. Gemäß der Produktspezifikation dürfen Dresdner Stollen nicht in Formen gebacken werden und müssen auf 100 Teile Mehl mindestens 50 Teile Butter, 65 Teile Sultaninen, 20 Teile Orangeat und/oder Zitronat und 15 Teile Mandeln enthalten, dagegen sind Margarine, künstliche Konservierungsstoffe und Aromen nicht erlaubt. Außerdem werden bestimmte Anforderungen an die Beschriftung und Gestaltung der Verpackung gestellt.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die drei genannten Bezeichnungen sind zugleich als <a href="Kollektivmarke" title="Kollektivmarke">Kollektivmarken</a> beim <a href="Deutsches_Patent-_und_Markenamt" title="Deutsches Patent- und Markenamt">Deutschen Patent- und Markenamt</a> eingetragen.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Inhaber der Marken und damit Träger der Markensatzung ist der Schutzverband „Dresdner Stollen“ e.&nbsp;V., in dem ca. 120 Hersteller aus Dresden und Umgebung zusammengeschlossen sind. Der Verband überwacht, dass die Marken nur für Stollen verwendet werden, die in dem betroffenen Gebiet hergestellt wurden und den Anforderungen entsprechen; außerdem veranstaltet er regelmäßig publikumswirksame „Stollenprüfungen“, wählt jedes Jahr ein „Stollenmädchen“ und betreibt anderweitig die Vermarktung von Dresdner Stollen.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Größter Hersteller von Dresdner Christstollen ist die Firma <a href="Dr._Quendt" title="Dr. Quendt">Dr. Quendt</a> mit jährlich 1,6 Millionen Stollen (Angabe aus dem Jahr 2014).<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Verwendung von Butter geht auf den 1491 von Papst <a href="Innozenz_VIII." title="Innozenz VIII.">Innozenz VIII.</a> ausgestellten „<a href="Dresdner_Butterbrief" title="Dresdner Butterbrief">Dresdner Butterbrief</a>“ zurück.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stollenschilder">Stollenschilder</h2></div>

<p>Stollenschilder dienten beim Backen dem Markieren der Stollen beim Bäcker, die dieser aus dem von der Hausfrau vorbereiteten Teig bzw. von ihm aus den Zutaten nach ihrem Rezept gefertigt hatte. Das Abbacken der Stollen nach Familienrezept beim Bäcker war in Sachsen und Thüringen bis zur <a href="Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR" title="Wende und friedliche Revolution in der DDR">Wende</a> in vielen Familien üblich. Da der Bäcker die Stollen mehrerer Familien gleichzeitig buk, wurden die Stollen nach dem Teigformen markiert, damit Verwechselungen ausgeschlossen waren. Die Schildchen wurden mitgebacken und erst zu Hause entfernt.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Flüsterstollen"><span id="Fl.C3.BCsterstollen"></span>Flüsterstollen</h2></div>

<p>Ein Rosinenstollen mit besonders vielen Rosinen wird als Flüsterstollen bezeichnet: Die Rosinen liegen so dicht beieinander, dass sie miteinander flüstern könnten. Seit über 100&nbsp;Jahren gibt es in Sachsen diesen Spitznamen für den besonders bei Kindern beliebten Stollen – im Gegensatz zum <i>Bläckstollen</i>, der viel zu wenige Rosinen enthält und in Notzeiten gebacken wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Bremer_Klaben" title="Bremer Klaben">Bremer Klaben</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezepte">Rezepte</h2></div>
<ul><li>Friederike Ritter: <i>Deutsches illustrirtes Kochbuch für alle Stände.</i> 1857, <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.google.de/books?id=RzVdAAAAcAAJ&amp;pg=PA531">S. 531</a></span><span style="display: none;"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DRzVdAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA531~doppelseitig%3D~LT%3DS.%20531~PUR%3D">http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3DRzVdAAAAcAAJ~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3DPA531~doppelseitig%3D~LT%3DS.%20531~PUR%3D</a></span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Stollen?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Stollen</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Christstollen" class="extiw external" title="wikt:Christstollen">Wiktionary: Christstollen</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4272718-2">4272718-2</a></span> </div>
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